Kommunalwahl in der Oststadt

Antworten von Wilfried H. Engelke, Vorsitzender der FDP-Fraktion im Rat der Landeshauptstadt Hannover und Mitglied des Bezirksrates Mitte in Hannover

1. Welchen Chancen und Risiken sehen Sie in der Zukunft für den Stadtteil Hannover-Oststadt, dem traditionellen „Hinterm-Bahnhof-Viertel“?
Das Ziel muss es sein, die bisherige „Rückseite“ des Bahnhofes zu einem Tor zur Innenstadt zu machen. Die Chancen stehen gut, wenn man nur nicht den Vorstellungen der Stadtbaurätin folgt. Im gemeinsamen Interesse für eine noch attraktivere Oststadt müssen wir alles tun und jegliche Barrieren überwinden, um eine hochwertige Achse von der List bis zum Kröpcke zu schaffen. Die FDP ist dazu bereit! Um alles für diese Aufwertung zu tun, haben wir sogar mit einem politischen Tabu gebrochen und in die Diskussion eingeworfen, dass sich die FDP durchaus vorstellen könnte die Straßenabschnitte unter der Hochbrücke zwischen Osho-Disko und Cinemax für den Verkehr zu sperren. Dies ist übrigens auch verkehrsplanerisch umsetzbar. So kann es gelingen, die Plätze in der Ebene sympathisch miteinander zu verbinden. Die Hochbrücke wäre dann das symbolische Tor zur List. Die FDP setzt sich unbedingt dafür ein, dass der Raschplatz (wieder) in das Zentrum eines kommunikativen Wegenetzes in der Landeshauptstadt rückt. Dies wird die Oststadt erheblich aufwerten.

2. Welche konkreten Maßnahmen werden Sie ergreifen, um die Lebensqualität in diesem beliebten Stadtteil zu erhalten und zu verbessern?
Eine erfolgreiche Anbindung der Lister Meile an die Innenstadt fordert aus Sicht der FDP zwingend auch Überlegungen zu städtebaulichen Maßnahmen in den Bereichen Raschplatz und Weißekreuzplatz. Beide Plätze gilt es zu beleben. Dafür bedarf es eines schlüssigen Konzeptes mit dem Ziel, eine geschlossene Flaniermeile von der Lister Meile in die Niki-de-Saint-Phalle Promenade zu schaffen. Dazu gehören bzw. gehört:

  • Park- und Grünanlagen mit Wasserläufen.
  • Schaffung des erforderlichen Raums für die Geschäfte Restaurants, etc.
  • Einbindung der Kulturinstitutionen von Theater und Bücherei bis sozi-kulturellem Zentrum Pavillon.

Die FDP lehnt es aber entschieden ab, wie z. B. in einem Ideewettbewerb vorgestellt, auf der Grünfläche des Weißekreuzplatzes ein Bürogebäude zu errichten. Der Platz muss als grüne Oase der Ruhe im Stadtteil erhalten bleiben. Die Parkplatzsituation muss endlich zielgerichtet angegangen werden. Viele Bürger und Geschäftstreibende leiden unter der ideologisierten Verkehrspolitik der vergangenen Jahre, die die Oststadt sehr hart getroffen hat. In der Königsstraße haben wir in Zusammenarbeit mit den Anliegern eine gute Lösung bekommen. Die gewonnenen Erfahrungen gilt es jetzt auf alle Quartiere im Stadtteil anzuwenden und z. B. auch die Stadtteilgaragen stärker in den Köpfen zu verankern. Ja, und schließlich gilt es, der gleichmäßigen Verteilung des Inhalts „gelber Säcke“ auf den Stadtteil, seine Straßen und die Vorgärten ein Ende zu bereiten. Auch wenn sich die Sauberkeit in der Oststadt in den letzten Jahren insgesamt erheblich verbessert hat, zumindest mein optischer Eindruck, so muss allen Beteiligten klar gemacht werden, dass die Vermeidung dieser Verunreinigung eine Pflicht ist. Insbesondere die Straßenreinigung der „aha“ gilt es hier noch konsequenter in die Pflicht zu nehmen und z. B. den vermehrten Einsatz mobiler kleiner Reinigungsgruppen der aha für unsere Oststadt durchzusetzen.