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Die Eilenriede um 1371

Die Eilenriede - der Stadtwald im Stadtteil

Die Eilenriede


Baumfällarbeiten im Stadtwald Eilenriede
– Wieviel davon ist notwendig?
Immer wieder entsteht der Eindruck durch die Baumfällarbeiten in der Eilenriede werde dem Stadtwald Schaden zugefügt – nachdem der Sturm Kyrill Ende 2006 bereits viele Schäden angerichtet zu haben schien. WWW.Hannover-Oststadt.de hat beim Stadtforstamt mal freundlich nachgefragt:

Werden im Stadtwald der Oststädter kontrolliert und begründet Bäume gefällt (ausschließlich kranke Bäume) oder handelt es sich um Maßnahmen auf Kosten der ohnehin geschwächten Waldsubstanz?

Gerd Garnatz (Forstbetriebsleiter)wie folgt geantwortet:

In der Eilenriede findet der geregelte Holzeinschlag ausschließlich von Oktober bis März statt. In dieser Zeit müssen, auf der Grundlage unseres - vom Rat und den Naturschutzverbänden der Stadt abgesegneten - Betriebswerkes, welches den Stadtwald forstplanerisch in mehrere hundert Unterabteilungen gliedert, Bäume aller Altersklassen entnommen werden. Für jede Unterabteilung sind Hiebsart, Hiebshäufigkeit und Hiebsstärke pro Forsteinrichtungszeitraum vorgeschrieben; dieser Zeitraum beträgt zehn Jahre und läuft derzeit von 2002 bis 2012.

Für den gesamten Stadtwald beträgt der sogenannte nachhaltige Hiebsatz derzeit 2.730 Festmeter pro Jahr (Festmeter = Kubikmeter). Das ist deutlich weniger als der Gesamtzuwachs, der bei mindestens 4.000 Festmeter pro Jahr liegt. Wir bauen gegenwärtig also unsere städtischen Holzvorräte auf und leisten somit auch einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung atmosphärischen Kohlendioxids.

Im Zuge dieser geregelten Eingriffe werden immer auch viele gesunde Bäume entnommen, um einen erhöhten Licht- und Nährstoffgenuss des verbleibenden Bestandes sowie eine damit verbundene Wertsteigerung zu gewährleisten. Die Annahme, Forstwirtschaft entnehme lediglich kranke Individuen, ist daher falsch.

Völlig anders verhält es sich mit Verkehrssicherungshieben, bei denen allein die Sicherheit der Waldbesucher und haftungsrechtliche Aspekte im Vordergrund stehen: sie sind mittel- und langfristig weder örtlich noch zeitlich fassbar und entziehen sich somit forstplanerischem Handeln.

Ihr Hinweis auf "Kyrill" ist aus fachlicher Sicht nicht angebracht, da durch diesen Sturm im Januar 2007 kein wesentlicher Mehreinschlag stattfand, der zu kompensieren wäre und "Kyrill" auch keinerlei Auswirkungen auf unsere Absatzmärkte hatte.

Auch der von Laien gelegentlich vorgebrachte Eindruck, die städtische Forstverwaltung entnehme zu viele große und starke Bäume, ist rein subjektiver Natur und entspricht nicht den objektiven Tatsachen. Richtig ist hingegen, dass wir weniger Altbäume entnehmen, als wir aufgrund unserer Zielstärkenvorgabe zu ernten berechtigt sind. Bei der Baumart Buche verzichten wir beispielsweise in diesem Jahr auf mehr als 50% der Zielstärkenbäume und nehmen somit in Kauf, dass ein nicht unerheblicher Teil dieser Buchen aus der Zielstärkendurchmesserspanne (65 - 74 cm Brusthöhendurchmesser) hinauswächst und für zukünftige Einnahmen nicht mehr zur Verfügung steht.

Unter Berücksichtigung dieser Tatsachen und im Zusammenhang mit den mehr als 100 ha unter Totalschutz gestellten Flächen und der hervorragenden Infrastruktur an Erholungseinrichtungen wird deutlich, dass Hannovers Stadtwald seit Jahrzehnten in hohem Maße die Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen gewährleistet und zu recht mit dem hochwertigen, international anerkannten FSC-Zertifikat ausgezeichnet ist.

Mit freundlichen Grüßen
Gerd Garnatz
(Forstbetriebsleiter) Landeshauptstadt Hannover
Fachbereich Umwelt und Stadtgrün
Langensalzastr. 17
30169 Hannover
Telefon: 0511-168 48765
Fax: 0511-168 46510


Zum Thema ‚Stadtwald Eilenriede‘ siehe auch auf dieser Website unter ‚Stadtteilzeitung‘ => ‚Archiv‘ => ‚September 2007‘